News Nachhaltigkeit 3/14 KW

Am 01. April 2015 hat in Bonner Bundeskunsthalle eine Ausstellung zur Ehrung des Modedesigners Karl Lagerfeld begonnen. Doch für das, was auf den Laufstegen der Welt präsentiert wird, müssen TextilarbeiterInnen in Asien und Lateinamerika oft unter miserablen Bedingungen viele Stunden am Tag und oft auch in der Nacht schuften. Darüber und über den fairen Handel diskutieren im domradio Ingrid Effenberger, Organisatorin einer bundesweiten Kampagne der Caritas für faire Bekleidung, Nicole Merbach, Stiftung Warentest, Maik Pflaum, Christliche Initiative Romero, Dr. Gisela Burckhardt, Femnet e.V. und Wolfgang Grupp, Geschäftsführer der Firma Trigema. Moderiert wird das Gespräch von Peter Kolakowski. Gefährliche Mode – Die Ausbeutung in der Textilindustrie geht weiter kann hier angehört werden.

Quelle: wikimedia, Autor marissaorton
Quelle: wikimedia, Autor marissaorton

Das es auch anders geht, berichtet Kathrin Hartmann, die Autorin von „Das Ende der Märchenstunde“ in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau-Serie zum Thema „Arbeit. Unsere Religion“. Aus El Salvador kommt zwar keine Billigmode, doch haben Markenfirmen ihre Produktion dort in Sonderwirtschaftszonen bei entsprechend schlechten Bedingungen und niederigen Löhnen ausgelagert. In diesem Land haben Näherinnen in Hermosa die Kooperative „Acopius“ gegründet und bestimmen gemeinsam und selbst bestimmt ihren Arbeitsalltag. Leicht ist dies nicht. Aber lest dazu mehr bei Kathrin Hartmann in der FR.

Der Artikel von Kathrin Hartmann ist entstanden im Rahmen einer Delegationsreise der Christlichen Initiative Romero nach El Salvador zum Thema „Maquila“ (spanischer Name für Bekleidungsfabirk). Zusammen mit JournalistInnen und entwicklungspolitischen MultiplikatorInnen aus Deutschland sowie Mitarbeiterinnen von Nichtregierungsorganisationen aus Rumänien, der Slowakei und Bulgarien hatte die Initiative vom 26. Januar bis 06. Februar 2015 das Land bereist, um Parteiorganisationen der CIR aus der Menschen- und Arbeitsrechtsarbeit zu treffen. Dabei ist ein digitales Reisetagebuch entstanden, in dem einige der bei der Reise gemachten Erlebnisse nachzulesen sind. Mit dabei sind die Frauen von Acopius, eine Feministin auf dem Ministersessel, ArbeitsrechtlerInnen und einige mehr.

Quelle: WWF Schweiz
Quelle: WWF Schweiz               Link zum youtube Video

Als Reaktion auf die Situation bei der Smartphone-Produktion entwickelte ein niederländisches Startup unterstützt durch Crowdfunding das Fairphone.  Das Gerät ist auf so grosse Nachfrage gestossen, dass die erste Generation des Fairphones nun ausverkauft ist. Das junge Unternehmen legt Wert auf hohe soziale und ökologische Standards und will diese ständig verbessern. Sie achten darauf, dass die Rohstoffe nicht aus Minen kommen, mit denen Kriege finanziert werden und die Fabrikarbeiter erhalten faire Löhne unter fairen Arbeitsbedingungen. Das nachhaltige Gerät steht herkömmlichen Smartphones hinsichtlich Funktionalität ist nichts nach. Wert wird auch auf Wiederverwertung und Recycling gelegt. Der EcoPressBlog berichtet nun, dass derzeit ein Nachfolgemodell des Fairphones entwickelt wird. Dieses wird dann über einen Online-Shop für grüne Elektronik und Technik (Vireo-store.de) zu beziehen sein.

Lachsfarm im finnischen Schärengebiet Quelle: wikimedia commons, Urheber Plenz
Lachsfarm im finnischen Schärengebiet
Quelle: wikimedia commons, Urheber Plenz

Kulinarisches war bisher nicht Thema des Blogs. Aber ein Thema hat mich in den letzten Wochen beschäftigt und betroffen gemacht. Daher möchte ich kurz etwas zu Fisch, und hier besonders zu Fisch aus Aquakultur schreiben. Ich sehe mich als Teilzeitvegetarierin, da ich ab und an gerne Fisch esse. Aber ich achte mittlerweile genau darauf, was ich mir da auf den Teller hole. Einerseits ist ja die Überfischung der Meere ein Problem. Also wurde die Aquakultur als Reaktion auf die wachsende Nachfrage erdacht. Aber was da in die Netze und mithin auf unsere Teller gelangt, ist zum Teil hochgiftig. Forscher haben herausgefunden, dass verglichen mit anderen Lebensmitteln der Fisch aus Aquakultur das giftigste Lebensmittel sein kann. Wer etwas Zeit hat, hier gibt es eine interessante Reportage des ORF zum Thema. In skandinavischen Ländern warnen Fischverkäufer ihre Kunden mittlerweile vor häufigem Verzehr von Lachs und Heringen aus Aquakultur und raten Schwangeren, ganz darauf zu verzichten. Der Fisch in den Farmen erhält größtenteils Fischfutter, das aus Fischen aus der Ostsee gewonnen wird. Und die Ostsee ist verseucht wie kaum eine andere See durch Dioxin und radioaktiv verstrahlt. Dieses Gift gelangt dann über die Verfütterung auch in die Farmfische. Außerdem erhalten die in Massentierhaltung in den Aquakulturen gehaltenen Tiere gegen Krankheiten und Parasiten Chemikalien verabreicht. Weitere Infos gibt es auch in einem Telepolis-Artikel.

Sollen wir nun ganz auf Fisch verzichten? Generell gilt, Fisch aus wildem Fischbestand ist dem Fisch aus der Fischzucht vorziehen. Orientierungshilfe bei der Fischauswahl gibt der Greenpeace Fisch-Einkaufsratgeber. Darin ist auch Lachs aus dem Fischfanggebiet Nordwestpazifik FAO 61 noch empfehlenswert. Ich würde den allerdings nicht mehr nehmen, da im FAO 61 Japan liegt und nicht klar ist, ob dort weiterhin durch Fukushima Radioaktivität ins Meer gelangt. Ansonsten auf Siegel achten. Für verantwortungsvolle Zuchtfischerei gibt es das Siegel ASC (Aquaculture Stewardship Council) und für die marine Fischerei das Siegel MSC (Marine Stewardship Council).  Kritische Anmerkungen zum MSC-Siegel sind im oben erwähnten Telepolis-Artikel zu finden.

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