Green IT

environmental-protection-326923_1280Das Thema Nachhaltigkeit ist seit geraumer Zeit auch im Technologiemarkt angekommen. Fair und nachhaltige produzierte Geräte sind leider aber noch die Ausnahme. Während der einzelne Verbraucher seinen eigenen Ressourcenverbrauch beeinflussen kann (unten habe ich mal einige Tipps aus meinen vorherigen Nachhaltigskeits-News zusammengetragen), wird es bei der Hardware schon schwieriger. Es gibt energiesparende Geräte. Und einzelne Initiativen wie das fairphone und die Faire Mouse aus Oberbayern schauen sich die ganze Produktionskette bezüglich fairer Produktionsbedingungen an, aber sie können noch nicht aufgrund der komplexen Produktionskette zu 100 % faire Bedingungen garantieren.

Auch auf der Agenda des BITKOM (Verband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) steht das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Faire IT bedeutet eine sozial gerechte und umweltverträgliche Herstellung von IT-Produkten mit größtmöglicher Transparenz in der Lieferkette. Seit Jahren arbeiten etliche IT-Firmen daran, die faire und nachhaltige Herstellung ihrer Geräte voranzutreiben. u.a. durch eine Verbesserung der Sozial- und Umweltstandards, die Grundlage des branchenspezifischen Verhaltenskodex der Electronic Industry Citizenship Coalitition EICC sind. In der komplexen Produktionskette treffen aber verschiedenste Kulturen und Wirtschafts- und Rechtsräume aufeinander, was die Durchsetzung und Überprüfung von Arbeitsbedingungen beim direkten Lieferanten vor große Herausforderungen stellt. Bei manchen Produkten gibt es zudem mehrere Fertigungsstufen, d.h. vor der Erstellung des Endproduktes beim Lieferanten werden unterschiedliche Produktteile bei verschiedenen Herstellern erstellt. Hier gibt es aber derzeit noch kein umfassendes, glaubwürdiges und unabhängiges Prüfsystem für die Elektroindustrie. Einige Ansätze sind schon vorhanden, öffentliche Einrichtungen und Institutionen mit aktuellen Informationen über ihre Lieferanten zu versorgen, die Arbeitsbedingungen vor Ort zu überprüfen und Verfahren bereit zu stellen, um auf Nichteinhaltungen zu reagieren (Quelle: Unternehmensgrün).

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ein größeres Angebot an grüner IT nachhaltigen VerbraucherInnen zur Verfügung steht. In der Zwischenzeit kann einige Technik im Onlineshop memolife fair eingekauft werden. Oder besser noch: das kaputte Gerät wird in eines der neuen Repair Cafés gebracht und so lange genutzt, wie es geht.

Und hier nun die Tipps für die individuellen IT-NutzerInnen:

Auch nachhaltig gesinnte BloggerInnen und Smartphone-NutzerInnen vergessen zuweilen, dass sie durch ihren Medienaktivitäten zum Klimawandel beitragen. “Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechstgrößten Stromverbrauch Quelle: UmweltDialog).” Auf der individuellen Seite kann der/die Einzelne mittlerweile seinen/ihren Stromverbrauch optimieren, angefangen mit dem Bezug von Ökostrom. Dabei sollte aber auf die Unabhängigkeit des Stromanbieters von den vier großen Atomkonzernen geachtet werden. Eine Hilfestellung dabei, wie der richtige Ökostromanbieter gefunden werden kann, gibt es hier. Weitere Schonung des Klimas wird erreicht durch den Wechsel zu einem Öko-Hoster. Eine ganze Reihe von Hostern werben mit ihrem Engagement für die Umwelt. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Es gibt Hoster, die Umweltbewusstsein durch klimaneutrales Hosting (Erwerb von Emissionsminderungszertifikaten) zeigen, was ja schon ein Anfang ist. Andere Hoster beziehen ihren Öko-Strom von sogenannten Tochterfirmen der großen Atomkonzerne. Also am bestem beim Hoster nachfragen, wo der Strom herkommt und wie er produziert wird. Oder direkt einen Hoster wählen, der seinen Strom von Greenpeace Energy bezieht. Auch kann es nicht schaden, beim Hoster nachzufragen, wie er es selber mit seinem Energieverbrauch hält (z.B. energiesparende, aber leistungsstarke Server).

Viele Apps helfen heute beim Einkauf von nachhaltigen Produkten. Aber auch diese verbrauchen Energie. Hier hilft – na was schon – eine App. Der Battery Doctor schont den Aku des Smartphones und verlängert seine Lebensdauer.

einfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

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6 Gedanken zu “Green IT

  1. Ein toller Artikel, das Thema interessiert mich schon lange und es gibt so wenig Fortschritt auf dem Gebiet. Ich suche auch immer noch nach einer guten Liste über Hersteller, deren Technologie eine lange Lebenszeit hat. Mein alter HP-Drucker/Scanner ist jetzt im 11. Jahr und funktioniert noch – das gibt es sonst kaum. Vorm Kauf weiß man das aber nicht.
    Liebe Grüße & danke fürs Mitmachen bei EiNab!
    Marlene

    1. Freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat. Die Linkparty ist ja auch eine tolle Aktion, auch um aus seinem eigenen Blog-Mikrokosmos rauszukommen. Bei der Lebenszeit von Technologien muss noch viel getan bzw. wieder zu längeren Produktlebenszeiten zurückgekommen werden. Bei den heutigen Produkten ist ja der Verfall kurz nach Ablauf der Garantiezeit oft mit eingebaut. Gut, dass es mittlerweile Repair Cafés gibt. Liebe Grüße, Monika

      1. Da muss ich dir recht geben – und alle nehmen die eingebauten Sollbruchstellen einfach klaglos hin. Danke übrigens fürs Rebloggen!
        Viele Grüße,
        Marlene

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