Nachhaltigkeitsnews 20/32 KW

Quelle: wikipedia, Autor: Tigerente aus der deutschsprachigen wikipedia
Quelle: wikipedia, Autor: Tigerente aus der deutschsprachigen wikipedia

Wie in den Nachhaltigkeitsnews von vergangener Woche beschrieben, kann Mikroplastik auch in Naturkosmetik enthalten sein. Für „Naturkosmetik“ gibt es aber einige Siegel. Die habe ich mir nun mal angeschaut. Ein Teil der folgenden Infos sind einem Artikel auf wikipedia entnommen.

Als Naturkosmetik werden Kosmetika bezeichnet, die dem Anspruch nach schonender für Mensch und Umwelt sein sollen und aus „natürlicheren“ Rohstoffen hergestellt sind als herkömmliche Kosmetika. Zur Kennzeichnung von Naturkosmetikprodukten wurden mehrere Systeme entwickelt, denen verschiedene Voraussetzungen zugrunde liegen. Die gängigen Zertifizierungen setzen voraus, dass pflanzliche Rohstoffe mindestens teilweise aus ökologischem Anbau stammen. Bei den Organisationen sind detaillierte Informationen zu den Vergabekriterien sowie Herstellerlisten erhältlich. Je nach Organisation werden neben der Art der Rohstoffe auch die Art von Anbau, Gewinnung und Verarbeitungsmethoden sowie soziales und ökologisches Engagement der Unternehmen überprüft. Nun zu den Siegeln.

BDIH – Kontrollierte Natur-Kosmetik: Im 2001 hat der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH) das BDIH-Label entwickelt, das einheitliche Standards sowie eine Überprüfung der Naturkosmetik ermöglichen soll. Rund 8.800 Produkte wurden bisher damit gekennzeichnet. Das Prüfzeichen garantiert, dass zur Herstellung der zertifizierten Produkte ausschließlich Rohstoffe eingesetzt werden, die den strengen Vorgaben, dem sogenannten „BDIH-Standard“ entsprechen. Überprüft wird das Ganze von unabhängigen Kontrollinstituten. Biokosmetik dürfen sich Produkte nennen, wenn 95 % der verwendeten Inhaltsstoffe aus dem Bio-Anbau kommen. Ansonsten gibt es Mindestanforderungen.

COSMEBIO: Das ist ein in Frankreich 2012 gegründetes Label für zertifizierte Naturkosmetik. Damit ein Produkt die Richtlinie erfüllt, muss es mindestens 95 % pflanzliche Inhaltsstoffe vorweisen und mindestens 10 % der Ingredienzien müssen ökologisch nachhaltig angebaut worden sein. Ausgeschlossen wird Kosmetika mit einem petrochemischen Ursprung, also alle Erzeugnisse mit Silikon- und/oder Paraffin-Anteilen. Eine Besonderheit dieses Zertifizierungsstandards ist die Verpflichtung zur Bereitstellung transparenter Informationen für die Verbraucher. Neben den natürlichen Inhaltsstoffen garantiert die COSMEBIO-Zertifizierung einen emissionsarmen Herstellungsprozess der kosmetischen Produkte. Es entspricht in etwa dem ECOCERT-Label.

ICADA – Zertifizierte Natur-Kosmetik: In 1997 wurde die Naturkosmetik-Richtlinienarbeit mit dem Ziel begonnen, authentische Naturkosmetikfirmen von Nachahmern mit fehlender Natur-Philosophie zu unterscheiden. Die Bio- und Naturkosmetikrichtlinie von ICADA verfolgt konsequent und puristisch diese ursprünglichen Ziele als einzige Richtlinie weiter. Produkte mit dem Premium Qualitätszeichen von ICADA sind dank einer strikten Vertragsgestaltung nicht bei Discountern oder in fachfremden Geschäften erhältlich. Die ICADA-Richtlinie entspricht im fachlichen Inhalt etwa den bekannten europäischen Bio- und Naturkosmetikrichtlinien. Pflanzliche Inhaltsstoffe müssen soweit möglich Bio-Qualität haben.

Demeter: Unter den Labels und Zertifizierungen für Bio- und Naturkosmetik ist das demeter Siegel das strengste, denn es verlangt einen Anteil von nahezu 100% von Rohstoffen, aus dem eigenen Vertragsanbau stammen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise gelegt, die auf die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückgeführt werden. Die Basis für die demeter Rohstoffe bestehen aus feinstofflich wirkenden Präparaten aus Mineralien und Heilpflanzen. Das ganzheitliche Konzept des Siegels folgt auf Rudof Steiner`s Philosophie.

ECOCERT: Die 1992 in Frankreich gegründete Organisation ECOCERT (seit 1995 auch in Deutschland) bietet zwei Siegel an. Für das Siegel „Ökologische Naturkosmetik“ müssen mindestens 95 Prozent aller Inhaltsstoffe eines Produkts natürlichen Ursprung sein und 95 Prozent pflanzliche Bio-Rohstoffe. Das Siegel „Naturkosmetik“ sieht vor, dass mindestens 95 % der Inhaltsstoffe Naturprodukte sind und mindestens 50 % aus ökologischem Anbau stammen

ICEA: Der Name „ICEA“ steht für „Enviromental and Ethical Certification Institute“ und beschreibt eine Organisation, die im kosmetischen Bereich bereits über 170 Unternehmen und 3000 Produkte zertifiziert hat. Dabei wird von der Auswahl der Rohstoffe, über den Herstellungsprozess bis hin zur fertigen Kosmetika auf ein ganzheitlich ökologisches und natürliches Konzept geachtet. Eine Besonderheit des ICEA Labels ist die Bedingung, dass der zertifizierte Hersteller ausschließlich ökologische Flaschen, Tuben, Tiegel und Verpackungen verwendet. Ein weiteres Kriterium um diese Zertifizierung zu bekommen sind dermatologische und mikrobiologische Testverfahren, damit auch Allergiker bedenkenlos zu diesen Produkten greifen können.

NATRUE: Pionierfirmen der Naturkosmetik-Branche in Europa, wie Dr. Hauschka oder Weleda, gründeten 2007 das Netzwerk NaTrue mit Sitz in Brüssel, als europäische Initiative für eine Bio- und Naturkosmetik, die auch in Zukunft höchsten Ansprüchen genügt. Das NaTrue-Siegel wurde 2009 als internationaler Standard eingeführt. Es bietet drei Qualitätsstufen (Stufe 1: Naturkosmetik, Stufe 2: Naturkosmetik mit Bioanteil, Stufe 3: Biokosmetik) an, die in etwa den Kriterien des BDIH entsprechen und an der Zahl der Sterne im Logo erkennbar war. In der Drei-Sterne-Kategorie muss der Bio-Anteil der Naturprodukte eines Produktes 95 % und in der Zwei-Sterne-Kategorie mindestens 70 % betragen. Aktuell vereinfacht NaTrue die ursprünglich entwickelte 3-Sterne-Zertifizierung. Auf den Verpackungen selbst wird nicht mehr unterteilt zwischen Naturkosmetik (ein Stern), Naturkosmetik mit Bioanteil (zwei Sterne) und Biokosmetik (drei Sterne). Die Systematik und die exakten Rohstoffanteile aus kontrolliert biologischem Anbau werden aber online und durch einen Quick-Response (QR)-Code per internetfähigem Mobiltelefon direkt beim Kauf zur Verfügung stehen. Und was machen die ohne internetfähiges Handy? Die alverde Produkte von dm sind nach diesem Siegel zertifiziert (in welcher Stufe auch immer). Allerdings lässt dm die Naturkosmetikreihe bei den Dalii-Werken in Stolberg herstellen. Etwas zur unrühmlichen Geschichte dieser Werke ist auf dem Vegan Beauty Blog zu lesen.

Naturland: Naturland zertifizierte Kosmetik muss folgende Anforderungen erfüllen: 95 % der pflanzlichen Rohstoffe stammen aus Naturland zertifizierter Landwirtschaft, Nanopartikel und synthetische Inhaltsstoffe sind verboten. Naturland zertifiziert ausschließlich Öko-Kosmetik. 2005 hat Naturland eigene Sozialstandards eingeführt, die für Erzeuger und Verarbeiter verbindlich sind.

Wer weiter in das Thema einstiegen möchte, für den/die gibt es auf der Homepage von ökotest eine Bewertung/weitere Beschreibung einiger der obigen Siegel.

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