Passagen 2016 in Köln, Teil 2

Bereits vor 2 Jahren hatte mich die Vorstellung des historischen istanbuler Handwerkerviertels Şişhane auf den damaligen Passagen direkt begeistert. Der Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund präsentierte dort von Design-Studenten für türkischstämmige Ladenbesitzer in Dortmund entworfene Einzelstücke. Umgesetzt wurden die Entwürfe der Studenten von traditionellen Handwerkern im istanbuler Viertel Şişhane. Initiator des Projektes ist Pierre Kracht. Gespannt war ich von daher auf die Präsentation von Werken aus dem Projekt auf den diesjährigen Passagen in Ehrenfeld.

 

Şişhane ist ein historisches Handwerkerviertel in Istanbul, in dem auch heute noch eine Vielfalt an kleinen Werkstätten existiert. Jeder Handwerker dort ist Spezialist für bestimmte Materialien und Bearbeitungstechniken. In den Werkstätten wird mit einfachen Maschinen auf engstem Raum gewerkelt. Fehlt irgendetwas, wird einfach improvisiert. Außerdem sind die Handwerker untereinander gut vernetzt und helfen sich gegenseitig. Aufgrund billiger Importwaren aus Asien, steigenden Mietpreisen und neuen Bebauungsplänen droht eine Umsiedlung der Produktionsbetriebe. Durch diese Gentrifizierung droht das Viertel zu einem reinen Touristenviertel zu werden.

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Die Tischleuchten „Trumpets“ sind eine Arbeit von Dorothee Mainka, die im Rahmen des Projektes entstanden sind. Hier gibt es mehr Bilder und Infos zu den Leuchten.

Fasziniert von dem Handwerkerviertel reiste ein Designkollektiv (Laura Jungmann, Dorothee Mainka, Pierre Kracht, Jonathan Radetz, Florian Saul und Michael Konstantin Wolke) nach Istanbul. Sie wollten ergründen, welchen Einfluss dieses Arbeitsumfeld, die Stadt und die traditionellen Produktionsstrukturen auf den Entwurfsprozess und den Entwurf selbst haben. Zugleich ist das Projekt eine Hommage an Istanbul, seine Menschen und das lokale Handwerk. Durch die Entwicklung neuer gestalterischer Wege und Ideen wollen die Designer und ihre Partnerintiativen im Rahmen des Projektes Istanbul`dan die Gentrifizierung sichtbar machen und dem Aussterben der Werkstätten entgegen wirken.

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Sounds of Instabul ist eine Arbeit von Jonathan Radetz. Mehr Bilder und Infos auch dazu wieder.

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