Fashion Revolution 2017

Am 30. April 2017 war der letzte Tag der diesjährigen #whomademyclothes-Kampagne, die Fashion Revolution nun zum dritten Mal nach der Rana-Plaza-Katastrophe organisiert hat. Während der einwöchigen Aktion ermutigt die Initiative Menschen weltweit ihre Modemarken nach der Herkunft der Bekleidung zu fragen und mehr Transparenz in der gesamten Produktionskette zu fordern. Mode ist schön, sollte aber neben den Menschen auch der Umwelt keinen Schaden zufügen. Massenkonsum verursacht riesige Müllberge, wenn auf der Jagd nach den neuesten Trends die Last-Season-Ware samt Plastik-Verpackung im Müll landet. Darauf weist das unten stehende youtube-Video von Fair Fashion u.a. hin und will zu weniger Konsum anregen. Loved Clothes Last!

Plastik und Kunststoffe sind nicht nur als Verpackungen ein Problem. Als Mikropartikel kommen sie auch in Kosmetika und Bekleidung vor. Die Weltmeere leiden derzeit vermehrt unter dem Plastikmüll und den Mikropartikeln. Der neueste Trend ist das Recycling dieser Abfälle. Mit Bionic z. B. hat sich Pharell Williams des Mülls in den Meeren angenommen. An sich eine gute Idee, aber die Verwendung dieses Materials ist anscheinend auch nicht so ganz unschädlich. Beim Waschen in der Waschtrommel lösen sich schädliche Partikel aus dem Gewebe und gelangen über das Abwasser wieder in die Flüsse und Meere. Solche Mikroplastik wird aber leichter in der Nahrungskette aufgenommen und ist daher gefährlicher für die Natur und uns alle. Recycling ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Verfahren ist verbesserungsbedürftig. Also besser wenigstens den Verbrauch von Kleidung aus Kunststoff oder mit einem Anteil an Kunststoff, auch dem recycelten, reduzieren. Oder Ihr legt Euch einen Waschbeutel von Langbrett zu. Den Hinweis dazu habe ich auf newsgreen gefunden. Nach Angaben von Langbrett, einem Berliner Anbieter von nachhaltiger Kleidung für den Surf- und Outdoorsport, sollen durch die Nutzung des Waschbeutels ca. 99 % aller abgelösten Plastikpartikel aus dem Waschwasser gefiltert werden.

Zur Befreiung der Ozeane vom Plastikmüll und zur Schaffung eines Bewusstseins bei den Kunden sind die Recycling-Aktivitäten der Mode-Firmen zu begrüssen, sollten aber nicht als absatzfördernde Maßnahme zur Gewinnung von umweltbewussten KundenInnen genutzt werden. Eine kritische Betrachtung der neuen H&M Conscious Kollektion findet ihr auf dem Blog dariadaria. Madeleine Daria kommt in dem sehr lesenswerten Beitrag über die Conscious Exclusive-Kollektion 2017 nach ihrer Recherche zu dem Schluss, dass die Kollektion wohl eher in die Rubrik Green Washing gehört. Umweltgerechtes Recyclen von Treibgut geht anders, zumal die meisten Teile aus der Kollektion auch noch der chemischen Reinigung bedürfen.

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