Neue Materialien für Mode

Verschiedentlich gab es im Blog Beiträge zu alternativen Rohmaterialien für Stoffe (z. B. aus Holzfasern produziertes TENCEL oder Ananasabfälle bei pinatex). Da kommt dann schon mal etwas auf die Haut, was ansonsten auf unseren Tellern oder im Abfalleimer landet. Nun habe ich mal geschaut, ob die TüftlerInnen etwas Neues entdeckt haben. Wie unten zu sehen ist, bin ich fündig geworden.

Kleider aus Milch

Ob es nun Sinn macht, der überstrapazierten Milchindustrie noch eine Stoffproduktion „aufzubürden“, kann hinterfragt werden. Aber die Designerin erklärt im obigen Video, dass nur Milchabfallprodukte genutzt werden, die ansonsten in der Müllverwertung gelandet wären. Aus diesem Abfall entsteht dann QMILK, ein Material, dass nicht nur in der Mode, sondern auch in der Kosmetik verwendet werden kann. Zudem ist es als abbaubares Biopolymer einsetzbar.

Banana Silk

Das obige „Stöffchen“ besteht zu 60% aus Bananenfasern und zu 40% aus Maulbeerseide. Die auch Peace Silk genannte Seide wird ohne Tierleid hergestellt (aber nicht für Veganer geeignet, da der Kokon von der Seidenraupe gesponnen wird), denn es wurde ein Weg gefunden, den Kokon zu verwenden, nachdem der Falter geschlüpft ist. Inspiriert durch Mahatma Gandhis Philosophie der Gewaltlosigkeit und dem Respekt gegenüber allem Leben forschte der indische Ingenieur Kusuma Rajaiah mehrere Jahre nach Möglichkeiten einer ethisch und wirtschaftlich vertretbaren Methode, Seidenstoffe aus Maulbeerseide herzustellen und dem Falter das Leben zu ermöglichen. Dies ist ihm gelungen. Allerdings wird der Kokon durch das Ausschlüpfen beschädigt, was den Herstellungsprozess aufwendiger und teurer macht. Die Peace Silk von Seidentraum kommt größtenteils aus Meghalaya, einem kleinen Staat im Nordosten von Indien. Die Seiden-Produktion dort erfolgt auf biologische Weise und gewaltfrei. Das Besondere an der Region sind die beiden großen Volksstämme Khasi und Garo mit ihrer matrilinearen Gesellschaftsform. Im Land der Frauen haben die weiblichen Stammesmitglieder als Oberhäupter der Familie das Sagen. Das das nicht unbedingt schlecht für die Stämme ist, kann der unten stehenden Doku entnommen  werden.

Und nun zum zweiten Bestandteil des Stoffes. Die Banane mit ihrem armdicken Stamm stirbt nach der Ernte der Früchte ab. Um dem neuen Trieb Platz zu schaffen, wird der alte Stamm abgeschlagen und anschließend zur Fasergewinnung genutzt. Banana-Silk-Stoffe sind widerstandsfähig, nachhaltig und unempfindlich gegen Fett. Sie können Feuchtigkeit schnell aufnehmen und auch schnell wieder abgeben. Der aus beiden Grundmaterialien hergestellte organza-ähnliche Stoff wird u.a. für leichte Outdoorkleidung, Schals, Bettwäsche und Under Wear verwendet.

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